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Vielleicht gefällt einem ein altes Haus. Dann hört man, das sei ein Denkmal. Und alle Freunde und Bekannte machen einem Angst - was das kostet, das wird nie fertig, kannst Du das denn....
Ein altes Haus ist mehr als eine preiswerte Alternative mit hohem Instandsetzung- und Instandhaltungsbedarf. Warum man das aber doch bei klarem Verstand tun kann, hier kann man es nachlesen....
Man muss es sich schon gut überlegen. Keine Anschaffung verändert das eigene Leben so stark, wie ein Hauskauf. (Kinder sind keine Anschaffung!) Man ist plötzlich ortsgebunden, hat die Verantwortung für alle Gefahren, die vom eigenen Haus ausgehen (Verkehrssicherungspflicht) und ist finanziell stark gebunden.
Das gilt beim Kauf eines Denkmals oder Fachwerks genauso, vielleicht sogar noch mehr. Schließlich ist es sehr viel schwieriger abzuschätzen, welche Schäden noch in der Konstruktion versteckt sind und welche Kosten dadurch entstehen. Ein Denkmal passt nicht in das moderne Bauwissen und die DIN-Normen.Man uss selbst entscheiden was wie gemacht wird und die Verantwortung dafür übernehmen. Gewährleistung gibt es keine.
Außerdem übernimmt man Verantwortung für "kulturelles Erbe". Häuser sind steinerne Zeugen vergangener Tage. An ihnen kann man nicht nur den Stand der Technik ablesen. Sie berichten auch über Soziales aus der Zeit ihrer Errichtung und Nutzung.
Man kann erkennen, ob der Besitzer reich war, was er sich leisten konnte und wie er seinen gesellschaftlichen Status nach außen zum Ausdruck brachte. Fachwerke waren manchmal reich verziert und farbig angelegt. Man war stolz auf das Haus, das bewusst auch für nachfolgende Generationen gebaut wurde. Häuser bauen um sie zu verkaufen war nicht üblich. Es gab auch eine historische Periode, da galt Fachwerk als eine Bauweise für arme Leute. Damals wurde der Zierrat abgebeilt und das ganze Holzwerk mit Putz schamhaft versteckt.
Die nachfolgenden Generationen haben diese langlebigen Wirtschaftgüter dann auch an ihre Ansprüche und Bedürfnisse angepasst. Diese Veränderungen und Umbauten kann man heute noch an den Häusern erkennen. Und man kann daraus auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen schließen.
Unsere Vorfahren waren nicht nur voraussehende Bauherren, sie haben auch in hohem Masse wirtschaftlich gedacht. Vor Jahrhunderten waren die Randbedingungen allerdings andere. Material war teuer, Arbeitszeit billig. Daher wurden Materialien verarbeitet, die vor Ort vorhanden waren oder gewonnen werden konnten. Wie bei manchen Gesellschaftsspielen (Siedler von Catan) bestehen alte Fachwerke aus Holz, Lehm und Stein/Kalk. Die Konstruktionsdetails und die erbauten Gebäude belegen das umfangreiche handwerkliche Wissen der Errichter. Leider ist bis heute schon viel von dem Wissen wieder verloren gegangen.
Eingesetzt wurden auf den Baustellen alle Hilfswilligen, also auch Leute ohne handwerkliche Grundbildung. Das Ausfachen von Weidenstakungen mit Strohlehm ist zeitintensiv, aber nicht schwer zu erlernen. Die Gewinnung von Lehm und Feldsteinen konnte im näheren Umfeld der Baustelle geschehen.
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